Als mich die Jungs 9.30 Uhr wecken, bauen sie bereits das Zelt über mir ab, und ich kriege kaum
die Augen auf. Diese Mittsommernachts-Party hat doch ganz schön eingeschlagen (gut dass ich keinen Spiegel dabeihabe)... Aber nochmal rumdrehen is nich, 10.15 Uhr fährt der Bus zurück zur Fähre. Ich verabschiede mich noch von ein paar netten Menschen, und dann gehen wir zum Bushäuschen. Die erste Zigarette schmeckt teuflisch.
Die Busfahrt und die Fähre zurück nach Skye verschlafen wir fast komplett, außer dass ich unbedingt einen Kaffe und was warmes zu essen zu mir nehmen muss.
Im Schlepptau haben wir jetzt noch Patrick, den Franzosen. Er will mit Jeff und Labros nach Duntulm Castle, wo er im gleichnamigen Hotel jobbt und in einem Wohnwagen lebt.
Da die drei noch nicht wissen, wie sie da hin kommen, nehme ich sie in dem kleinen Ford KA mit. Tüchtig eng, da jeder von uns einen riesigen Rucksack dabei hat, aber es geht irgendwie. Für ein echtes Hochlandrind machen wir eine kleine Zwangspause mitten auf der Straße.
Dankbar nehme ich bei Patrick noch nen Kaffe zu mir und staune wiedermal, wie verschieden die Menschen doch sind. Nach einer Stunde Schwatz raffe ich mich endlich zur Weiterfahrt auf - Goodbye Skye, ich komme wieder!
Zurück in den Northern Highlands fahre ich durch das herrliche "Glenelg"-Gebiet und stöbere wissensdurstig in den mittelalterlichen Festungen "Dun Telve" und "Dun Troddan" herum. Die beiden liegen nur ein paar Meter voneinander entfernt und weisen sehr interessante, ähnliche Bauweisen auf. Wenn ich mir so überlege, dass damals kein Mörtel oder ähnliches verwendet wurde, ist das schon recht beeindruckend. Eine Kunst für sich, die Steine in Größe und Form so miteinander zu verbauen, dass es (fast) ewig hält... das sollte heute mal einer nachmachen!
Gut zu erkennen sind die schichtförmig übereinandergelegten Steinplatten, die zum Überspannen größerer Bereiche genutzt wurden. Im Bild rechts eine kleine Kammer neben dem Eingang zum Broch.
Nachdem ich nun fast 9 Stunden gefahren bin, habe ich es heute schwer, ein Plätzchen für mein Zelt zu finden. Ich will in der Nähe von Ben Nevis sein, den ich mir für morgen vornehme - gutes Wetter vorausgesetzt. Unmittelbar neben "Inverlochy Castle" streiche ich schließlich die Segel und baue das Zelt auf; natürlich ist noch so viel Kraft da um ein paar nächtliche Blicke auf die Burg aus dem Mittelalter (um ca. 1280) zu werfen (deren wahre Schönheit ich aber erst am nächsten Morgen erkennen kann)....
...bevor ich mich um Mitternacht völlig down in meinen Schlafsack einmummle.