
Toll hab ich auf dem Sofa geschlafen (und etwas länger als sonst) - die Sonne lacht wieder und lockt mich zum Start in einen neuen Tag voller Überraschungen auf Skye.
Direkt hinter Broadford zeigt sich die Insel von der besten Seite, und ich bin einfach nur gespannt, was mich heute so erwartet...
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Und schon begegnen mir schöne Impressionen auf einem alten Friedhof zwischen Broadford und Suardal.
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Auf dem Weg von Broadford nach Bracadale gibt es immer wieder nette Aussichten. In Bracadale tankt mir ein freundlicher alter Herr an seiner Tankstelle das Auto voll ("damit sich die Lady nicht schmutzig machen muss..." schmunzel) und erklärt mir, wo ich "Beag Broch" finden kann. Diesmal hätte ich sie auch so gefunden, denn es ist ein Schild an der Straße und die Burg ist von da aus bereits zu sehn.
Weiter geht es an einem Fluss vorbei, wo zwei Männer ihr Zelt aufgeschlagen haben und angeln, durch den Fischerort Portree, vorbei am "Old Man of Storr", einem bekannten Berg.
Ich erreiche den Aussichtspunkt für den "Kilt Rock", der seinen Namen vom Faltenwurf der schottischen Kilts bekommen hat. Hinzu kommt das tartanähnliche Gesteinsmuster. Der "Mealt Falls" Wasserfall stürzt sich von seinem Hang hinunter ins Meer. Für eine bessere Fotoperspektive muss ich mich ganz schön weit über die Brüstung lehnen...
Vorbei an einem See, der ein prächtiges Spiegelbild zeigt, besuche ich anschließend die Burgruine Quiraing, die wiederum schöne Blicke aufs Meer zu bieten hat
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Eigentlich verbieten eine Absperrung und ein Warnschild den Einstieg nach unten, aber meine Neugier ist nun mal größer als sonst noch was. Im Bild unten rechts sieht man den gewölbeartigen Raum der sich drunter versteckt. Könnte man sicher gut drin übernachten...
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Bei Kilmuir verweile ich am Grab von Flora McDonald, was nach dem gestrigen Besuch des "Culloden Battlefield" unumgänglich ist. Diese tapfere Frau hat den armen Bonnie Prince Charlie vor seinem sicheren Untergang bewahrt, schließlich waren nach der Schlacht 30 000 Pfund Belohnung auf ihn ausgesetzt worden.
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Sie verkleidete den Prinzen als ihr Dienstmädchen und verfalf ihm über Wasser zur Flucht von South Uist nach Skye, von wo aus er später nach Frankreich entkommen konnte.
Leider wurde Flora McDonald für Ihre Heldentat inhaftiert.
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Gleich neben dem Friedhof befindet sich das Museum für ländliches Leben, welches ich gerne besucht hätte. Es ist schon geschlossen, so dass ich zwar die alten Häuser von außen und die landwirtschaftlichen Geräte ansehen kann, aber leider nicht hineinschaun.
Na, man kann eben nicht alles haben!
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Nun steht noch auf dem Plan, ein paar Meilen zum Fährhafen nach Uig zu fahren, um mir eine Verbindung zur Insel Lewis rauszusuchen, wo ich morgen die Mittsommernacht am Steinkreis von Callanish verbringen will. Dort trifft mich zunächst mal der kleine Schock, dass die Fähre nach Tarbert, die für 8.30 Uhr auf dem Fahrplan steht, ausgerechnet Freitags nicht fährt, sondern erst 14 Uhr. Der nächste Schreck ist der Fahrpreis: 85 Pfund mit PKW - das sind stolze 135 Euro! Schon wäge ich ab, ob ich eine geführte Busreise-Tour nach Callanish mitmachen soll, die mich "nur" 27 Pfund kosten würde.
Im Hafen-Pub spinne ich bei einem kleinen Guinness meine Überlegungen noch ein bisschen weiter und komme zu dem Schluss, dass ich mir das nicht antun werde, sondern lieber auf das Auto verzichte. Wenn ich nicht von Tarbert nach Callanish komme, werde ich eben trampen. Ebenfalls widerstehe ich der spontanen Versuchung, auf dem kleinen Campground am Hafen zu übernachten, und fahre stattdessen noch 20 Minuten raus in die Highlands, wo ich den besten "Zeltplatz" aller Zeiten finde, an einer Sackgasse mitten in den Bergen.
Die Wolken färben sich wieder rot (gegen 23 Uhr!), und ich strapaziere noch ein bisschen meine Bluesharp und schlürfe von meinem Cidre, eingemummelt vor dem Zelt sitzend und die wilde Landschaft bestaunend. Ah, werd ich gut schlafen mitten in den Highlands auf Skye...