Schottland
 
Schottland - Reisetagebuch

5. Tag - wie schön ist die Welt...


Berglandschaft auf Skye
Toll hab ich auf dem Sofa geschlafen (und etwas länger als sonst) - die Sonne lacht wieder und lockt mich zum Start in einen neuen Tag voller Überraschungen auf Skye.

Direkt hinter Broadford zeigt sich die Insel von der besten Seite, und ich bin einfach nur gespannt, was mich heute so erwartet...

Berglandschaft auf Skye Berglandschaft auf Skye ...eines von vielen kleinen Lämmern...

Alter Friedhof zwischen Broadford und Suardal

Und schon begegnen mir schöne Impressionen auf einem alten Friedhof zwischen Broadford und Suardal.

Keltisches GrabkreuzKeltisches GrabkreuzAlter Friedhof zwischen Broadford und SuardalKeltisches Grabkreuz


Ausgangspunkt zur Festung Dun Ringhill

Danach geht es "One way and back" nach Kilmarie. Ich suche die alte Festung "Dun Ringhill". Suchen im wahrsten Sinne des Wortes. Kein Schild zeigt an, dass ich über diesen steinernen Pfad im Fluss starten muss, und von Dun Ringhill ist nichts zu sehen. Wie schon oft in einem solchen Fall lasse ich mich von meiner Intuition leiten und pirsche mich etwa eine halbe Stunde über Klippen, kniehohes Gras und moorige Wege mit Blick auf den Atlantischen Ozean vorwärts.
Da kommt sie in Sicht, alt und verfallen. Viel ist nicht mehr übrig...

Festung am Meer - Dun Ringhill Verfallenes Steinhaus in der Nähe von Dun Ringhill Buschiges weißes Wollgras

Immerhin kann man noch hindurchklettern und sich mit viel Phantasie vorstellen, wie hier mal Leute gelebt haben. Gleich nebenan die Ruine eines Wohnhauses, und überall ist weißes Wollgras zu finden.

...ein Anblick der das Herz höher schlagen lässt... Dun Ringhill - der verfallene Eingang Blick von Dun Ringhill auf das weite Meer

Eindeutig hin und weg bin ich aber über den atemberaubenden Anblick des weiten Meeres von dieser Position aus. Ich strecke mich auf dem Rand der Klippen aus und komme mir vor wie der erste Mensch, so als wäre sonst niemand irgendwo da außer mir...

An den Klippen Verfallenes Steinhaus in der Nähe von Dun Ringhill Dun Ringhill - der Eingang ist nur noch ein dunkles Loch

Flüsschen auf Skye Skye - tolle Aussichten Skye - tolle Aussichten

Auf dem Weg von Broadford nach Bracadale gibt es immer wieder nette Aussichten. In Bracadale tankt mir ein freundlicher alter Herr an seiner Tankstelle das Auto voll ("damit sich die Lady nicht schmutzig machen muss..." schmunzel) und erklärt mir, wo ich "Beag Broch" finden kann. Diesmal hätte ich sie auch so gefunden, denn es ist ein Schild an der Straße und die Burg ist von da aus bereits zu sehn.


Beag Broch - auf einer Seite nur noch ein Trümmerhaufen Beag Broch - zur anderen Seite hin noch immer stattlich anzusehn Beag Broch - der Eingang

"Beag Broch", auch "Dun Strlean" genannt (auf gälisch), wird auf ein paar Jahrzehnte vor oder nach unserer Zeitrechnung geschätzt und hat wahrscheinlich den Großfamilien einer Sippe als eine Art "Stützpunkt" - Vorratskammer, Versammlungsraum, Feierplatz... - gedient. Die Ruine steht auf einer Anhöhe und präsentiert sich beim Näherkommen recht stattlich.

Beag Broch - Gang in der Außenmauer Beag Broch - Treppe zu einer Kammer im Erdgeschoss Beag Broch - Blick auf den Innenhof

Einige Passagen, eine Art Gang in der Außenmauer, Kammern und Treppen aus sauber behauenen Steinen sind noch gut erhalten und lassen mich ein Bild von dem machen, was einst hier gestanden hat.

Beag Broch - Blick auf den Innenhof ...hier gibt es viel Ruhe für Mutter und Kind... Beag Broch - ein Stück Außenmauer

Weiter geht es an einem Fluss vorbei, wo zwei Männer ihr Zelt aufgeschlagen haben und angeln, durch den Fischerort Portree, vorbei am "Old Man of Storr", einem bekannten Berg.

Schöner Flusslauf auf Skye ...ein fast herbstlich anmutendes Bild... Old Man of Storr

Ich erreiche den Aussichtspunkt für den "Kilt Rock", der seinen Namen vom Faltenwurf der schottischen Kilts bekommen hat. Hinzu kommt das tartanähnliche Gesteinsmuster. Der "Mealt Falls" Wasserfall stürzt sich von seinem Hang hinunter ins Meer. Für eine bessere Fotoperspektive muss ich mich ganz schön weit über die Brüstung lehnen...

Kilt Rock auf Skye Kilt Rock mit Wasserfall Der Zulauf des Wasserfalls

Skye - See mit SpiegelbildVorbei an einem See, der ein prächtiges Spiegelbild zeigt, besuche ich anschließend die Burgruine Quiraing, die wiederum schöne Blicke aufs Meer zu bieten hat


Burgruine Quiraing Blick von der Burgruine Quiraing auf das sonnenbeschienene Wasser

Eigentlich verbieten eine Absperrung und ein Warnschild den Einstieg nach unten, aber meine Neugier ist nun mal größer als sonst noch was. Im Bild unten rechts sieht man den gewölbeartigen Raum der sich drunter versteckt. Könnte man sicher gut drin übernachten...

Burgruine Quiraing - Blick durch ein Fenster auf das weite Meer
Burgruine Quiraing - Blick durch eine Fallgrube auf den Meeresspiegel Burgruine Quiraing - von diesem Haus stehen nur noch die schmalen Seitenwände Burgruine Quiraing - Unterirdische Gewölbekammer / Zutritt verboten ;-)

Bei Kilmuir verweile ich am Grab von Flora McDonald, was nach dem gestrigen Besuch des "Culloden Battlefield" unumgänglich ist. Diese tapfere Frau hat den armen Bonnie Prince Charlie vor seinem sicheren Untergang bewahrt, schließlich waren nach der Schlacht 30 000 Pfund Belohnung auf ihn ausgesetzt worden.

Sie verkleidete den Prinzen als ihr Dienstmädchen und verfalf ihm über Wasser zur Flucht von South Uist nach Skye, von wo aus er später nach Frankreich entkommen konnte.

Leider wurde Flora McDonald für Ihre Heldentat inhaftiert.

Ruhestätte von Flora McDonald Flora McDonald's Gedenkstein
Museum für ländliches Leben bei Kilmuir

Gleich neben dem Friedhof befindet sich das Museum für ländliches Leben, welches ich gerne besucht hätte. Es ist schon geschlossen, so dass ich zwar die alten Häuser von außen und die landwirtschaftlichen Geräte ansehen kann, aber leider nicht hineinschaun.
Na, man kann eben nicht alles haben!

Baumhohe Fuchsien

Nun steht noch auf dem Plan, ein paar Meilen zum Fährhafen nach Uig zu fahren, um mir eine Verbindung zur Insel Lewis rauszusuchen, wo ich morgen die Mittsommernacht am Steinkreis von Callanish verbringen will. Dort trifft mich zunächst mal der kleine Schock, dass die Fähre nach Tarbert, die für 8.30 Uhr auf dem Fahrplan steht, ausgerechnet Freitags nicht fährt, sondern erst 14 Uhr. Der nächste Schreck ist der Fahrpreis: 85 Pfund mit PKW - das sind stolze 135 Euro! Schon wäge ich ab, ob ich eine geführte Busreise-Tour nach Callanish mitmachen soll, die mich "nur" 27 Pfund kosten würde.

Kann es einen besseren Zeltplatz geben...?Im Hafen-Pub spinne ich bei einem kleinen Guinness meine Überlegungen noch ein bisschen weiter und komme zu dem Schluss, dass ich mir das nicht antun werde, sondern lieber auf das Auto verzichte. Wenn ich nicht von Tarbert nach Callanish komme, werde ich eben trampen. Ebenfalls widerstehe ich der spontanen Versuchung, auf dem kleinen Campground am Hafen zu übernachten, und fahre stattdessen noch 20 Minuten raus in die Highlands, wo ich den besten "Zeltplatz" aller Zeiten finde, an einer Sackgasse mitten in den Bergen.

Die Wolken färben sich wieder rot (gegen 23 Uhr!), und ich strapaziere noch ein bisschen meine Bluesharp und schlürfe von meinem Cidre, eingemummelt vor dem Zelt sitzend und die wilde Landschaft bestaunend. Ah, werd ich gut schlafen mitten in den Highlands auf Skye...


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