Schottland
 
Schottland - Reisetagebuch

1. Tag - endlich in Schottland!


Endlich geht ein langersehnter Wunsch in Erfüllung - seit Jahren von Schottland geträumt, stehe ich nun wirklich auf dem Flughafen in Prestwick (bei Glasgow), wo mich die Ryanair für ganze 79 Euro von Hahn (bei Frankfurt) aus hingeflogen hat. Auf den kleinen Ford KA, der für eine Person genügen sollte, muss ich ein bisschen warten - dabei soll es jetzt endlich losgehn!

Die ersten paar Stunden habe ich zu tun, die linke Spur zu halten und beim Abbiegen aufzupassen. Und gleich durch die big City Glasgow durch... Mein erstes Tagesziel ist es, so weit wie möglich in Richtung Aberdeen zu fahren, ab da wird es spannend mit den Dingen, die ich mir in wochenlanger Recherche im Internet ausgesucht habe. Es soll vor allem eine Steinreise sein - und ein Stück Selbstfindung, Suche nach inneren Werten, nach Bodenständigkeit und Ruhe.

Tealing - Dovecot HouseNach einer Stärkung mit Fish & Chips in einem kleinen Motel ist der erste Anlaufpunkt, den ich auch gleich finde, der Ort Tealing in der Region Tayside. Dort ist ein recht gut erhaltenes "Dovecot House" aus dem Jahre 1595 zu finden, typisch für diese Gegend.
Das Besondere sind in den Innenwänden eingemauerte Nischen (Dovecot=Taubenschlag), wie nebeneinander gesetzte Kästen, in denen die Menschen ihre Vorräte aufbewahrt haben.


Nur ein Stückchen weiter finde ich den eigentlichen Grund meines ersten Abstechers, das sogenannte "Earth House" - ein schönes Souterrain, leider jetzt ohne Dach.
Gebaut wurde es um den Beginn unserer Zeitrechnung.

Tealing - Earth House, Blick vom inneren Rundgang Tealing - Earth House, Blick auf den Innengang

Mit 24 m Länge und 2,3 m Breite ist es eines der am besten erhaltenen in Angus, was sicher auch der Tatsache zu verdanken ist, dass es erst 1871 während Ackerbauarbeiten entdeckt wurde. Auf der Skizze kann man sich vorstellen, wie es mit Schilfdach ausgesehen haben mag.

Tealing - Earth House, Erläuterungstafel mit Skizze  

Brechin - alter Friedhof Brechin - eine der reich verzierten Eingangstüren zur Kirche Brechin - hübsche Fenster in der Kirche
Brechin - Rundtower neben der Kirche

In Brechin - die weiteste Strecke bereits hinter mir - besuche ich eine nette alte Kirche mit einem Rundtower aus dem 10. Jhdt. und einem interessanten Friedhof.

Als ich wieder starte, begrüßt mich Schottland nun endlich auch so richtig mit Regen und Dudelsack-Musik aus dem Radio.

Am Hafen von StonehavenDer letzte Zwischenstop in Stonehaven, einem hübschen kleinen Hafen mit bergiger Kulisse kurz vor Aberdeen, wird zum Anruf nach Hause (hurra ich habe den Flug tatsächlich überlebt!) und einem "Hafenrundgang" genutzt.


Danach schaffe ich es noch fast bis Banchory, streiche nach einer nichtgeschlafenen Anreise-Nacht und 190 Meilen gegen 21 Uhr die Segel, und finde einen Parkplatz zum Nächtigen. Ich genieße den herrlich gelb blühenden Ginster um mich herum, das gute Gefühl, in Schottland zu sein, und eine Büchse Guinness.

Zelt? Ich wäre durchweicht gewesen noch ehe ich den ersten Hering im steinharten gehabt Boden hätte... Also wird die Rückbank des kleinen Ford KA gleich die erste Nacht zum Schlafen ausprobiert. Na dann -
 


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